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Ziel 11: Nachhaltige Städte und Gemeinden

Städte und Siedlungen inklusiv, sicher, widerstandsfähig und nachhaltig gestalten

Die Zahl der Menschen, die in Städten leben, steigt und schon immer waren Städte Drehscheiben für Ideen, Handel, Kultur, Wissenschaft und soziale Entwicklung. Daher gilt es, Herausforderungen wie Verkehrsbelastung, fehlende Mittel für die Grundversorgung, angemessene Wohnungen und die zunehmende Luftverschmutzung in den Griff zu bekommen. Ziel ist es, jeder Bewohner*in einer Stadt den Zugang zu Grundversorgung, Energie, Unterkunft, Verkehr und mehr zu bieten. Das elfte Nachhaltigkeitsziel (SDG) fordert, Städte und Siedlungen sicher, inklusiv, widerstandsfähig und nachhaltig zu gestalten.

Dazu fallen mir die Alfred Toepfer Stiftung F.V.S., die Behrens-Stiftung, die Hermann Reemtsma Stiftung und die NORDMETALL-Stiftung ein. Ziel der Stiftungen ist es, einen Beitrag zu einer nachhaltigen und menschenwürdigen Gesellschaft zu leisten. Schauen Sie einfach mal rein!

Beiträge der Stiftungen:

Alfred Toepfer Stiftung F.V.S.

Zwischenraum - Gespräch und Austausch in Kooperation mit dem Hadley's

Weitere Informationen zur Stiftung finden Sie hier.

 

Behrens-Stiftung

Inwiefern trägt Ihre Stiftung dazu bei, das elfte SDG zu fördern und zu etablieren?

Wohnraum für bedürftige Menschen – dieses Ziel steht im Fokus der mildtätigen Behrens-Stiftung. Sie investiert im Großraum Hamburg in den Wohnungsbau und schafft attraktiven Wohnraum für Menschen, die auf dem allgemeinen Wohnungsmarkt nur geringe Chancen auf ein Mietverhältnis haben. In den vergangenen Jahren wurden Wohnkonzepte für Menschen mit Behinderung, ehemals obdachlose Menschen, pflegebedürftige Senioren, Jugendliche und Familien realisiert. Bei Bedarf können die Mieter*innen zudem eine sozialarbeiterische Beratung und Unterstützung in Anspruch nehmen.

Mit ihrem Wohnungsangebot leistet die Behrens-Stiftung einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung der Lebensverhältnisse in unseren Städten und Gemeinden, dem elften Ziel für Nachhaltige Entwicklung der UN. Sichere, menschenwürdige Wohnverhältnisse, unabhängig von der Einkommenssituation, sowie die Unterstützung in Notlagen gehören zu den wichtigsten Voraussetzungen für ein friedliches Zusammenleben und eine zukunftsfähige Stadtgesellschaft. 

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Als Vorstandsmitglieder der Behrens-Stiftung entwickeln Uwe Lunk und Reiner Schäfer (von links nach rechts) Wohnkonzepte für bedürftige Menschen.

Erzählen Sie uns von einem Projekt zum SDG.

Ein besonderer Fokus der Behrens-Stiftung liegt in der Unterstützung obdachlos gewordener Menschen. An drei Standorten in Hamburg befinden sich insgesamt 55 Übergangswohnungen, die ein erster Schritt aus der akuten Obdachlosigkeit sein können. Menschen, die bisher auf der Straße gelebt haben, gewinnen dort ihre Privatsphäre zurück und können Beratung und Unterstützung in Anspruch nehmen. Ein Umzug in eine Wohnung der Behrens-Stiftung oder eines Kooperationspartners ist dann oft innerhalb weniger Monate möglich.

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In den Übergangswohnungen finden obdachlos gewordene Menschen ein Zuhause auf Zeit.

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Im Idealfall erfolgt nach wenigen Monaten der Umzug in eine Wohnung der Behrens-Stiftung mit eigenem Mietvertrag.

Wie kann man sich engagieren? 

Wenn Sie einen Beitrag zu einem nachhaltigen gesellschaftlichen Miteinander in Hamburg leisten wollen, dann teilen wir gern mit Ihnen unsere Erfahrung und unser Know-how. Vielleicht sind Sie im Besitz einer Immobilie oder eines Grundstücks, das Sie gern gemeinsam mit uns für unseren Stiftungszweck entwickeln möchten? Die Behrens-Stiftung ist davon überzeugt, dass eine Investition in ein soziales Projekt eine nachhaltige Investition ist, von der die gesamte Gesellschaft profitiert.

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In Hamburg-Sülldorf hat die Behrens-Stiftung Wohnungen für Menschen mit ambulanter Betreuung errichtet.

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Architekt Markus Deja und Vorstandsmitglied Uwe Lunk (v.l.n.r.) realisieren nachhaltige Bauvorhaben im Großraum Hamburg.

Hier finden Sie die Website der Stiftung.

 

Hermann Reemtsma Stiftung

Inwiefern trägt Ihre Stiftung dazu bei, das elfte SDG zu fördern und zu etablieren?

Das Sustainable Development Goal „Nachhaltige Städte und Gemeinden“ zielt auch auf den verantwortungsbewussten Umgang mit Bausubstanz und den Schutz des Kulturerbes. Denn nichts produziert und verschwendet so viel graue Energie wie der Abriss und Neubau von Gebäuden – und das oft unnötig. An wertvollen Bauten früherer Jahrhunderte sieht man, wie nachhaltig sich Architektur aus natürlichen Materialien denken und umsetzen lässt. Kreative Weiternutzungen ausgedienter Gebäude zeigen ressourcenschonende Alternativen zur Wegwerfmentalität. Denkmalschutz klingt heute vielleicht etwas altbacken – ist aber absolut zukunftsweisend.

Erzählen Sie uns von einem Projekt zum SDG.

Die HERMANN REEMTSMA STIFTUNG fördert schon seit 1988 den Erhalt der gewachsenen Baukultur, indem sie finanzielle Mittel für die Sicherung und Herrichtung denkmalgeschützter Gebäude bereitstellt. Zu den vielen geförderten Projekten in Nord- und Ostdeutschland zählen auch einige in Hamburg: Historisch bedeutende Terrassenhäuser in der Wohlwillstraße auf St. Pauli konnten saniert statt abgerissen, der Kaispeicher A überbaut und Hamburgs ältestes Bauernhaus vor dem Verfall gerettet werden. Eine Jugendbauhütte hat den Betrieb aufgenommen, in der ehemalige Viktoria-Kaserne wird Kunst und Handwerk produziert, die ehemalige Talmud-Tora-Schule ist wieder eine Schule, aus dem Ledigenheim werden keine Luxuswohnungen, das Dehmelhaus ist wieder bewohnt und kann besichtigt werden. Mit dem klassizistischen Landhaus J. H. Baur von Christian F. Hansen hat die Stiftung selbst ein Denkmal erworben und als Stiftungssitz hergerichtet. Jüngst gab sie dem „Halbmond“ genannten ehemaligen Stallgebäude an der Elbchaussee eine Zukunft. Die Stiftung ist Fördermitglied des Denkmalvereins, der sich für den Schutz stadtbildprägender historischer Bauten und nachhaltigen Umgang mit Bausubstanz einsetzt.

Wie kann man sich engagieren? 

Bauprojekte lassen sich nur gemeinsam realisieren. Als gemeinnützige Förderstiftung setzt die HERMANN REEMTSMA STIFTUNG auf Menschen, die ehrenamtlich, aktiv und dauerhaft ein öffentlich zugängliches Baudenkmal erhalten und betreuen. Um historische Gebäude instand zu setzen und weiter zu nutzen, brauchen wir außerdem gute Handwerker, die fachgerecht mit Ton, Stein, Putz, Holz, Reet, Glas und Metall umzugehen wissen. Denn Ressourcen- und Klimaschutz ist etwas anderes als das Aufkleben sondermüllpflichtiger Wärmedämmung auf Fassaden oder das schnelle Hochziehen kurzlebiger Bauten. Die meisten Gebäude, die wir in Deutschland brauchen, sind schon da und müssen nicht erst errichtet werden. So weisen die Wertschätzung der Baukultur von gestern und das Bauen im Bestand den Weg zu nachhaltigen Städten und Gemeinden von morgen.

Hier finden Sie die Website der Stiftung.

 

NORDMETALL-Stiftung

QplusAlter: Individuelles Unterstützungsnetzwerk für ältere Menschen

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Illustration von Paula Föhr

Seit 2011 fördert die NORDMETALL-Stiftung Projekte im Themenbereich Sozialraumorientierung der Evangelischen Stiftung Alsterdorf. Bei QplusAlter helfen seit 2019 Lotsinnen älteren, unterstützungs- und pflegebedürftigen Menschen im Bezirk Hamburg-Nord, ein möglichst selbstbestimmtes und sozial integriertes Leben zu führen.

Demografischer Wandel, Fachkräftemangel in der Pflege, steigende Kosten – welche neuen Methoden und Strukturen brauchen wir, damit ältere Menschen und pflegende Angehörige möglichst selbstbestimmt und selbstständig leben können? Ziel des Projekts ist es, dass ältere Menschen nach ihren Vorstellungen leben können, und ein passendes Unterstützungsnetzwerk aus Nachbar:innen, Freund:innen, Familie und Beratungsstellen entwickeln können. Dabei geht es immer auch um die Frage, welche Interessen die älteren Menschen haben, sich für andere zu engagieren.

Der Ansatz QplusAlter stärkt so die Selbstwirksamkeit der Menschen – trotz zunehmender Einschränkungen. Angesprochen sind zunächst Bürger:innen des Bezirks Hamburg-Nord.

QplusAlter übernimmt die Grundidee des Sozialraumprojekts Q8 – neue Unterstützungsformen im Quartier zu ermöglichen – und wirkt auf drei Ebenen:

  • Die individuelle Ebene: Sogenannte Lotsinnen entwickeln gemeinsam mit älteren Menschen und ihren pflegenden Angehörigen einen individuellen Unterstützungsmix. Dabei werden die Möglichkeiten der Menschen selbst sowie technische Hilfen und Ressourcen des sozialen Umfelds mit einbezogen. Das stärkt Nachbarschaftsstrukturen und fördert bürgerschaftliches Engagement.
  • Die Sozialraum-Ebene: Zum einen erhalten die älteren Menschen Kenntnis von und Zugang zu vorhandenen Ressourcen, Netzwerken und Angeboten im Quartier und können diese selbst auch weiter entwickeln. Gemeinsam werden die entsprechenden Unterstützungsnetzwerke, in die z. B. Vereine und Kirchengemeinden, Ärzt:innen und Pflegedienste einbezogen werden, etabliert. Zum anderen übermittelt das Projekt Versorgungslücken im Quartier an strategische Akteur:innen vor Ort und in Verwaltung und Politik.
  • Die gesellschaftliche Ebene: Das Projekt erprobt modellhaft neue Unterstützungssettings und gibt Impulse, Strukturen im Gesundheits- und Pflegebereich strategisch weiter zu entwickeln.

Im Laufe des zunächst bis 2021 angelegten Projekts sollen rund 400 Menschen beraten und begleitet werden. Perspektivisch soll die Wirkung von QplusAlter auch für Quartiere in ländlichen Räumen erkundet  werden.

Die NORDMETALL-Stiftung stellt insgesamt 240.000 Euro für den Förderzeitraum von 2019 bis 2021 bereit. Innovativen Projekte benötigen neben der Förderung auch ein Netzwerk strategischer Partner:innen. Deshalb freuen wir uns, dass die SKala-Initiative, die Karin und Walter Blüchert Gedächtnisstiftung und die Homann-Stiftung sich für QplusAlter engagieren sowie über den gemeinsamen Dialog mit der Hamburger Sozialbehörde, der AOK Rheinland/Hamburg, der BARMER, dem Bezirksamt Hamburg-Nord sowie der Diakonie Deutschland und dem Diakonischen Werk Hamburg.

Gemeinsames Ziel ist es, neue Unterstützungsformen für Ältere zu erproben. Mit QplusAlter verbessern wir die Teilhabemöglichkeiten älterer Menschen und stärken so den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Wie geht QplusAlter? Zum Beispiel so: Von der Blume im Garten zum selbstorganisierten Smartphone-Kurs

Bei einem Spaziergang entdeckt eine ältere Frau eine Blume. Weder sie noch ihre QplusAlter-Lotsin kennen den Namen der Pflanze. Die Lotsin zückt ihr Smartphone und zeigt der Klientin die App „Flora Incognita“, mit der man Blumen bestimmen kann. Das begeistert die alte Dame so sehr, dass sie auch ein Smartphone nutzen möchte. Die Lotsin macht sie auf den Verein „Wege aus der Einsamkeit“ aufmerksam, der Smartphone-Schulungen für Senioren anbietet. Dafür müssen sechs Interessierte zusammenkommen. Vier Nachbarinnen findet die Klientin selbst, einen Kontakt vermittelt die Lotsin.

Das Beispiel zeigt: Neue Unterstützungsarrangements gelingen, wenn sie an der Lebenswelt, den Interessen und der Energie der Klienten anknüpfen und sich verschiedene Bausteine kreativ neu verbinden lassen.

Auch die Geschichte von Erika Meger zeigt eindrucksvoll, wie QplusAlter wirkt.

Projekte

Hamburg Media School Stiftung: Werteorientierter Werbefilm

Innerhalb von zwei intensiven Semestern werden im Masterstudiengang »Werteorientierter Werbefilm« junge, bereits filmerfahrene, gesellschaftspolitisch engagierte und begabte Absolventinnen und Absolventen affiner Studienfächer zu Werbefilmproduzentinnen und Werbefilmproduzenten weitergebildet.

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Diakonie-Stiftung MitMenschlichkeit Hamburg: Praxis MitMenschlichkeit

Gesundheit ist ein Menschenrecht – trotzdem ist die medizinische Behandlung von Menschen ohne Krankenversicherung nicht sichergestellt. Die Diakonie-Stiftung MitMenschlichkeit setzt sich mit der Praxis MitMenschlichkeit an drei Standorten in Hamburg dafür ein, dass Menschen ohne Versicherung ärztlich versorgt werden – … weiterlesen