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Ziel 11: Nachhaltige Städte und Gemeinden

Städte und Siedlungen inklusiv, sicher, widerstandsfähig und nachhaltig gestalten

Die Zahl der Menschen, die in Städten leben, steigt und schon immer waren Städte Drehscheiben für Ideen, Handel, Kultur, Wissenschaft und soziale Entwicklung. Daher gilt es, Herausforderungen wie Verkehrsbelastung, fehlende Mittel für die Grundversorgung, angemessene Wohnungen und die zunehmende Luftverschmutzung in den Griff zu bekommen. Ziel ist es, jeder Bewohner*in einer Stadt den Zugang zu Grundversorgung, Energie, Unterkunft, Verkehr und mehr zu bieten. Das elfte SDG fordert, Städte und Siedlungen sicher, inklusiv, widerstandsfähig und nachhaltig zu gestalten.

Dazu fallen mir die Hermann Reemtsma Stiftung und die Behrens-Stiftung ein. Ziel der Stiftungen ist es, einen Beitrag zu einer nachhaltigen und menschenwürdigen Gesellschaft zu leisten. Schauen Sie einfach mal rein!

Beiträge der Stiftungen:

Hermann Reemtsma Stiftung

Inwiefern trägt Ihre Stiftung dazu bei, das elfte SDG zu fördern und zu etablieren?

Das Sustainable Development Goal „Nachhaltige Städte und Gemeinden“ zielt auch auf den verantwortungsbewussten Umgang mit Bausubstanz und den Schutz des Kulturerbes. Denn nichts produziert und verschwendet so viel graue Energie wie der Abriss und Neubau von Gebäuden – und das oft unnötig. An wertvollen Bauten früherer Jahrhunderte sieht man, wie nachhaltig sich Architektur aus natürlichen Materialien denken und umsetzen lässt. Kreative Weiternutzungen ausgedienter Gebäude zeigen ressourcenschonende Alternativen zur Wegwerfmentalität. Denkmalschutz klingt heute vielleicht etwas altbacken – ist aber absolut zukunftsweisend.

Erzählen Sie uns von einem Projekt zum SDG.

Die HERMANN REEMTSMA STIFTUNG fördert schon seit 1988 den Erhalt der gewachsenen Baukultur, indem sie finanzielle Mittel für die Sicherung und Herrichtung denkmalgeschützter Gebäude bereitstellt. Zu den vielen geförderten Projekten in Nord- und Ostdeutschland zählen auch einige in Hamburg: Historisch bedeutende Terrassenhäuser in der Wohlwillstraße auf St. Pauli konnten saniert statt abgerissen, der Kaispeicher A überbaut und Hamburgs ältestes Bauernhaus vor dem Verfall gerettet werden. Eine Jugendbauhütte hat den Betrieb aufgenommen, in der ehemalige Viktoria-Kaserne wird Kunst und Handwerk produziert, die ehemalige Talmud-Tora-Schule ist wieder eine Schule, aus dem Ledigenheim werden keine Luxuswohnungen, das Dehmelhaus ist wieder bewohnt und kann besichtigt werden. Mit dem klassizistischen Landhaus J. H. Baur von Christian F. Hansen hat die Stiftung selbst ein Denkmal erworben und als Stiftungssitz hergerichtet. Jüngst gab sie dem „Halbmond“ genannten ehemaligen Stallgebäude an der Elbchaussee eine Zukunft. Die Stiftung ist Fördermitglied des Denkmalvereins, der sich für den Schutz stadtbildprägender historischer Bauten und nachhaltigen Umgang mit Bausubstanz einsetzt.

Wie kann man sich engagieren? 

Bauprojekte lassen sich nur gemeinsam realisieren. Als gemeinnützige Förderstiftung setzt die HERMANN REEMTSMA STIFTUNG auf Menschen, die ehrenamtlich, aktiv und dauerhaft ein öffentlich zugängliches Baudenkmal erhalten und betreuen. Um historische Gebäude instand zu setzen und weiter zu nutzen, brauchen wir außerdem gute Handwerker, die fachgerecht mit Ton, Stein, Putz, Holz, Reet, Glas und Metall umzugehen wissen. Denn Ressourcen- und Klimaschutz ist etwas anderes als das Aufkleben sondermüllpflichtiger Wärmedämmung auf Fassaden oder das schnelle Hochziehen kurzlebiger Bauten. Die meisten Gebäude, die wir in Deutschland brauchen, sind schon da und müssen nicht erst errichtet werden. So weisen die Wertschätzung der Baukultur von gestern und das Bauen im Bestand den Weg zu nachhaltigen Städten und Gemeinden von morgen.

Hier finden Sie die Website der Stiftung.

 

Behrens-Stiftung

Inwiefern trägt Ihre Stiftung dazu bei, das elfte SDG zu fördern und zu etablieren?

Wohnraum für bedürftige Menschen – dieses Ziel steht im Fokus der mildtätigen Behrens-Stiftung. Sie investiert im Großraum Hamburg in den Wohnungsbau und schafft attraktiven Wohnraum für Menschen, die auf dem allgemeinen Wohnungsmarkt nur geringe Chancen auf ein Mietverhältnis haben. In den vergangenen Jahren wurden Wohnkonzepte für Menschen mit Behinderung, ehemals obdachlose Menschen, pflegebedürftige Senioren, Jugendliche und Familien realisiert. Bei Bedarf können die Mieter*innen zudem eine sozialarbeiterische Beratung und Unterstützung in Anspruch nehmen.

Mit ihrem Wohnungsangebot leistet die Behrens-Stiftung einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung der Lebensverhältnisse in unseren Städten und Gemeinden, dem elften Ziel für Nachhaltige Entwicklung der UN. Sichere, menschenwürdige Wohnverhältnisse, unabhängig von der Einkommenssituation, sowie die Unterstützung in Notlagen gehören zu den wichtigsten Voraussetzungen für ein friedliches Zusammenleben und eine zukunftsfähige Stadtgesellschaft. 

SDG 11 (1)

Als Vorstandsmitglieder der Behrens-Stiftung entwickeln Uwe Lunk und Reiner Schäfer (von links nach rechts) Wohnkonzepte für bedürftige Menschen.

Erzählen Sie uns von einem Projekt zum SDG.

Ein besonderer Fokus der Behrens-Stiftung liegt in der Unterstützung obdachlos gewordener Menschen. An drei Standorten in Hamburg befinden sich insgesamt 55 Übergangswohnungen, die ein erster Schritt aus der akuten Obdachlosigkeit sein können. Menschen, die bisher auf der Straße gelebt haben, gewinnen dort ihre Privatsphäre zurück und können Beratung und Unterstützung in Anspruch nehmen. Ein Umzug in eine Wohnung der Behrens-Stiftung oder eines Kooperationspartners ist dann oft innerhalb weniger Monate möglich.

SDG 11 (2)

In den Übergangswohnungen finden obdachlos gewordene Menschen ein Zuhause auf Zeit.

SDG 11 (3)

Im Idealfall erfolgt nach wenigen Monaten in einer Übergangswohnung der Umzug in eine Wohnung der Behrens-Stiftung mit eigenem Mietvertrag.

Wie kann man sich engagieren? 

Wenn Sie einen Beitrag zu einem nachhaltigen gesellschaftlichen Miteinander in Hamburg leisten wollen, dann teilen wir gern mit Ihnen unsere Erfahrung und unser Know-how. Vielleicht sind Sie im Besitz einer Immobilie oder eines Grundstücks, das Sie gern gemeinsam mit uns für unseren Stiftungszweck entwickeln möchten? Die Behrens-Stiftung ist davon überzeugt, dass eine Investition in ein soziales Projekt eine nachhaltige Investition ist, von der die gesamte Gesellschaft profitiert.

SDG 11 (4)

In Hamburg-Sülldorf hat die Behrens-Stiftung Wohnungen für Menschen mit ambulanter Betreuung errichtet.

SDG 11 (5)

Architekt Markus Deja und Vorstandsmitglied Uwe Lunk (von links nach rechts) realisieren nachhaltige Bauvorhaben im Großraum Hamburg.

Hier finden Sie die Website der Stiftung.