Erhalt der gewachsenen Baukultur

Das Sustainable Development Goal „Nachhaltige Städte und Gemeinden“ zielt auch auf den verantwortungsbewussten Umgang mit Bausubstanz und den Schutz des Kulturerbes. Denn nichts produziert und verschwendet so viel graue Energie wie der Abriss und Neubau von Gebäuden – und das oft unnötig. An wertvollen Bauten früherer Jahrhunderte sieht man, wie nachhaltig sich Architektur aus natürlichen Materialien denken und umsetzen lässt. Kreative Weiternutzungen ausgedienter Gebäude zeigen ressourcenschonende Alternativen zur Wegwerfmentalität. Denkmalschutz klingt heute vielleicht etwas altbacken – ist aber absolut zukunftsweisend.

Erzählen Sie uns von einem Projekt zum SDG.

Die HERMANN REEMTSMA STIFTUNG fördert schon seit 1988 den Erhalt der gewachsenen Baukultur, indem sie finanzielle Mittel für die Sicherung und Herrichtung denkmalgeschützter Gebäude bereitstellt. Zu den vielen geförderten Projekten in Nord- und Ostdeutschland zählen auch einige in Hamburg: Historisch bedeutende Terrassenhäuser in der Wohlwillstraße auf St. Pauli konnten saniert statt abgerissen, der Kaispeicher A überbaut und Hamburgs ältestes Bauernhaus vor dem Verfall gerettet werden. Eine Jugendbauhütte hat den Betrieb aufgenommen, in der ehemalige Viktoria-Kaserne wird Kunst und Handwerk produziert, die ehemalige Talmud-Tora-Schule ist wieder eine Schule, aus dem Ledigenheim werden keine Luxuswohnungen, das Dehmelhaus ist wieder bewohnt und kann besichtigt werden. Mit dem klassizistischen Landhaus J. H. Baur von Christian F. Hansen hat die Stiftung selbst ein Denkmal erworben und als Stiftungssitz hergerichtet. Jüngst gab sie dem „Halbmond“ genannten ehemaligen Stallgebäude an der Elbchaussee eine Zukunft. Die Stiftung ist Fördermitglied des Denkmalvereins, der sich für den Schutz stadtbildprägender historischer Bauten und nachhaltigen Umgang mit Bausubstanz einsetzt.

Wie kann man sich engagieren? 

Bauprojekte lassen sich nur gemeinsam realisieren. Als gemeinnützige Förderstiftung setzt die HERMANN REEMTSMA STIFTUNG auf Menschen, die ehrenamtlich, aktiv und dauerhaft ein öffentlich zugängliches Baudenkmal erhalten und betreuen. Um historische Gebäude instand zu setzen und weiter zu nutzen, brauchen wir außerdem gute Handwerker, die fachgerecht mit Ton, Stein, Putz, Holz, Reet, Glas und Metall umzugehen wissen. Denn Ressourcen- und Klimaschutz ist etwas anderes als das Aufkleben sondermüllpflichtiger Wärmedämmung auf Fassaden oder das schnelle Hochziehen kurzlebiger Bauten. Die meisten Gebäude, die wir in Deutschland brauchen, sind schon da und müssen nicht erst errichtet werden. So weisen die Wertschätzung der Baukultur von gestern und das Bauen im Bestand den Weg zu nachhaltigen Städten und Gemeinden von morgen.

Hier finden Sie die Website der Stiftung.

 



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