In Printmedien, Fernsehen und Radio, bei Akteuren politischer Parteien jeder Couleur ist man sich einig: bezahlbare Wohnungen für Menschen mit durchschnittlichem und geringem Einkommen werden in Hamburg dringend gebraucht. In vergleichbarer Situation gab es schon einmal eine wunderbare Allianz zwischen privatem Geld und öffentlicher Verwaltung, die erfolgreich etwas verändert hat. Im ausgehenden 19. Jahrhundert taten sich Verantwortliche zusammen und bauten Wohnstifte.

Sie könnten heute ein Vorbild für gute Lösungen sein und man kann von ihnen lernen, was zu tun ist, denn etliche davon existieren heute noch und viele dieser oft denkmalgeschützten Häuser leisten nach wie vor einen besonderen Beitrag bei der Versorgung mit günstigem Wohnraum und stellen darüber hinaus soziale Angebote bereit. Allerdings stehen sie in ihrer Arbeit vor wichtigen Herausforderungen. Viele arbeiten für sich allein und nicht wenige sorgen sich um ihre Existenz. Oft fehlen ihnen die finanziellen Mittel, um die Bausubstanz zu modernisieren, barrierefrei zu gestalten und zeitgemäßen Ansprüchen anzupassen.

Um hier etwas zum positiven zu bewegen, haben sich die Patriotische Gesellschaft von 1765, die HOMANN-STIFTUNG und STATTBAU HAMBURG zur Initiative Perlen polieren. zusammengeschlossen. Sie entwickeln für die Zukunft der Hamburger Wohnstifte eine gemeinsam Strategie - mit neuen Angeboten und zeitgemäßen Wohnformen für die Menschen, die in den Stiften leben, sowie konkreten Perspektiven, wie die Gebäude modernisiert werden können und preisgünstiger Wohnraum erhalten bleibt.

Können “Ethik-Anlegerinnen und Anleger“ von heute dabei eine Rolle spielen, womöglich neue Wohnstifte mit sozialer Bindung und ohne Blick auf die eigene Gewinnmaximierung bauen? Das wird nicht nur in Hamburg diskutiert.

Mechthild Kränzlin, Mai 2018

 

Mehr erfahren Sie hier:   
www.perlen-polieren.de